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Vinctus Spei

Der Name ist lateinisch. Vinctus spei, ein Gefangener der Hoffnung. Er stammt vom Propheten Sacharja, der einem Volk schrieb, das aus dem Exil heimkehrte, müde und unsicher, ob es noch einmal wagen sollte zu hoffen. Kehrt zurück zur Burg, ihr Gefangenen der Hoffnung, sagte er ihnen.

Es ist ein seltsames Bild. Wir denken bei Hoffnung gewöhnlich nicht an etwas, das uns gefangen hält. Wir denken bei Hoffnung an etwas, das wir wählen, herbeirufen oder ablegen können, wenn es zu schwer wird. Doch das Bild des Propheten ist anders. Ein Gefangener der Hoffnung zu sein heißt, an etwas gebunden zu sein, das wir nicht loslassen können, selbst wenn wir es wollten. Die Bindung ist nicht die Last. Die Bindung ist das Rettende.

Diese Seite hat ihren Namen aus diesem Paradox. Sie ist ein Ort für jene, die oft auf die harte Weise gelernt haben, dass Hoffnung kein Gefühl ist, sondern eine Bindung. Sie ist ein Ort für jene, die immer wieder kommen, zum Gebet, zur Heiligen Messe, auf den langen Weg des Glaubens. Nicht weil sie sich sicher fühlen, sondern weil etwas in ihnen sich weigert, weiterzugehen.

Die Mission

An jedem Sonntag wird hier eine Predigt zu den Lesungen der Leseordnung dieses Tages angeboten.

Die Predigten versuchen, drei Dinge zugleich zu tun. Sie nehmen das Evangelium des Tages ernst und lassen es in seiner eigenen Stimme sprechen, ohne es zu verkleiden oder darum herumzureden. Sie benennen die alltäglichen Mühen, die Menschen mit sich in die Bänke tragen. Die Trauer, die noch keine Worte hat. Das langsame Verblassen der Hoffnung nach Monaten der Eintönigkeit. Die Schuld, die bleibt. Die Erschöpfung, gut sein zu wollen in einer Welt, die es nicht belohnt. Und sie versuchen zu zeigen, behutsam und ohne Sentimentalität, dass der Gott der Evangelien den Menschen genau dort begegnet.

Die Stimme hier ist unaufgeregt. Es ist die Stimme eines Menschen, der mit Gott gerungen hat, gescheitert ist, gefragt, geweint, weggegangen und mitten im Weggehen der Gnade begegnet ist. Es ist nicht die Stimme der Gewissheit. Es ist die Stimme eines Menschen, der trotz allem zu glauben gekommen ist, dass Gott gut ist, dass Er hier ist, und dass Er genug ist.

Die Predigten werden frei angeboten, für jeden, der eine ruhige, ehrliche Stimme für seinen Sonntag braucht. Für den Priester, der die Predigt von morgen vorbereitet. Für die Laiin und den Laien, die vor der Messe lesen. Für den Suchenden, der seit Jahren nicht mehr gekommen ist und sich plötzlich wieder leise auf der Suche findet.

An den Leser

Wenn etwas hier dich erreicht hat, dann tut die Arbeit, was sie tun soll. Du musst dich nicht eintragen. Du musst nichts geben. Du musst nur wiederkommen, wenn es hilft.

Hier ist Platz für dich. Was immer du trägst. Welcher Sonntag dich auch hergebracht hat. Wie lange es auch her ist.

Der Weg ist lang, und die Burg steht offen.